Abnehmen mit Backpuler

Zum Backen hat jeder schon einmal Backpulver, das auf den schwer aussprechbaren Namen Natriumhydrogencarbonat (kurz NaHCO3) hört, verwendet. Auch zum Reinigen und Putzen gibt es großen Mengen an Tutorials im Netz. Aber zum Abnehmen klingt es fast zu schön um wahr zu sein. Wichtig vorweg: Backpulver gibt es in sehr unterschiedlichen zusammensetzungen, vom reinen Natron bis hin zu denen mit diversen Säurezusätzen. Letztere sind gesundheitlich in größeren Mengen verzehrt nicht ganz unbedenklich, insofern ist reines Natron besser geeignet.

Kann man mit Backpulver abnehmen?

Natron pur zu sich zu nehmen ist alleine wegen des Geschmacks nicht empfehlenswert, am besten wird es in Wasser gelöst und dann getrunken. Es wirkt stark säurebindend und galt daher schon zu Omas Zeiten als Hausmittel gegen Sodbrennen und Übersäurung, ihm wird auch eine positive Wirkung auf Akne, Muskelkater und Gelenkschmerzen nachgesagt. Beim Zähneputzen wirkt es als sanftes Bleichmittel, wegen seiner bakterienhemmenden Eigenschaften ist auch das Gurgeln mit Wasser das mit Natron versetzt ist einen Versuch wert. Teils wird ein Getränk Zitrone und Backpulver als Abnehmmittel gepriesen. Das Problem: Wer all die Artikel über die Vielzahl an Verwendungszwecken liest, merkt sehr schnell, dass hier fleissig jeder von jedem abschreibt aber niemand erklären kann, wie Backpulver beim Abnehmen hilft. Die Antwort: Es hat keinerlei Auswirkungen auf den Fettstoffwechel, es beschleunigt den Stoffwechsel nicht, es senkt auch nicht das Hungergefühl. Es ist zum Abnehmen einfach komplett ungeeignet, auch wenn es eine große Menge sinnvoller Anwendungsmöglichkeiten gibt.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

Die Einnahme für Schwangere oder stillende Mütter ist nicht empfohlen, zudem sollten Menschen mit Herzerkrankungen vorher Rücksprache mit dem Arzt halten. Es kann in größeren Mengen den Blutdruck erhöhen. Auch bei bestimmten Erkrankungen des Magens, ist eher Vorsicht angesagt, denn hier ist eine Säurebindung nicht immer förderlich.

Fazit

Woher der Mythos kommt, man könne mit Backpulver abnehmen, lässt sich nicht klären. Vielleicht weil es sehr reizvoll klingt, Gewichtsprobleme mit einem einfachen Hausmittel zu besiegen. Tatsache ist aber, dass es nicht funktioniert.

6 Kommentare

  1. Anita

    Ich habe im Netz gelesen, dass Backpulver die Fettverbrennung ankurbelt und zusätzliche Kalorien verbrannt werden. Stimmt das nicht?

    LG, Anita

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    1. Anna (Beitrags-Autor)

      Hallo Anita,
      leider finden sich auch nach gewissenhafter Recherche keinerlei Hinweise darauf, dass Backpulver die Fettverbrennung in irgendeiner Form beeinflusst. Solche Gerüchte entstehen meist, weil irgendjemand etwas dazu schreibt und andere diese „Erkenntnisse“ ohne weitere Prüfung übernehmen. Ein gutes Beispiel dafür ist Spinat, ganze Generationen dachten, er würde viel Eisen enthalten bis irgendwann der Irrtum entlarvt wurde. In Zeiten des Internet verbreiten sich solche Gerüchte umso schneller, solide Nachforschungen kosten Zeit, deshalb wird oft und gerne einfach aus anderen Quellen abgeschrieben.

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      1. Nedo

        Abnehmen kann man theoretisch mit allem was essbar ist, wenn man daran glaubt. Genauso nimmt man zu wenn man nicht bereit ist abzunehmen, egal was man isst. Der Glaube versetzt Berge

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        1. Anna (Beitrags-Autor)

          Hallo Nedo,

          stimmt, der Glaube ist natürlich ein wichtiger Baustein, wenn es um die Motivation und das Durchhalten geht. Ansonsten ist das Abnehmen selbst aber ein rein körperlicher Vorgang, der nicht von der Psyche beeinflusst wird.

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  2. Michelle L.

    Woraus ist denn das normale Backpulver zum Backen zusammengesetzt? Wenn es kein pures Natron ist, muss ja etwas anderes beigemischt sein.

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    1. Anna (Beitrags-Autor)

      Hallo Michelle,

      heutiges Backpulver enthält neben Natron, ein Säurungsmittel und ein Trennmittel. Warum? Schütte mal Natron mit Essig oder Essigessenz zusammen, schäumt unglaublich stark. Umso mehr, wenn Du den Essig vorher erhitzt. Feuchtigkeit + Hitze + Natron + Säure = WOW! Genau den Effekt will Backpulver erreichen, die Bildung von viel Kohlendioxid das in Form kleiner Bläschen den Teig auftreibt. Im Backpulver wird als Säurungsmittel meist Weinsäure oder ein Phosphat verwendet. Das Trennmittel verhindert nur, dass Natron und Säure vorzeitig zueinanderfinden, bindet Feuchtigkeit, denn die Reaktion soll ja erst im Teig ablaufen, nicht im Tütchen.

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